Bandscheibenvorfall – Ursachen, Symptome, Behandlung

Arzt mit dem Schild: Bandscheibenvorfall

Arzt mit dem Schild: BandscheibenvorfallStatistisch gesehen wird jeder zehnte Bundesbürger im Laufe seines Lebens von Rückenschmerzen geplagt. Nach Schätzungen erleiden etwa 2,5% aller Frauen und 5% aller Männer mindestens einmal im Leben einen Bandscheibenvorfall.

Allein in Deutschland werden jedes Jahr etwa 800.000 neue Bandscheibenvorfälle registriert. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der operierten Bandscheibenvorfälle hierzulande verdoppelt. Experten gehen in den nächsten Jahren von weiter steigenden Zahlen aus. Dabei lassen sich lediglich 3 bis 5% der akuten Rückenschmerzen auf einen Bandscheibenvorfall zurückführen.

Grund genug für uns, die Ursachen genauer zu erforschen.

Bandscheibenvorfall – Symptome

Zwischen den Wirbelkörpern des Rückgrats verfügt jeder Mensch über 23 elastische Bandscheiben welche etwa 5 bis 20 mm dick sind. Diese Knorpelscheiben wirken als “Stoßdämpfer” und schaffen den nötigen Platz für die angrenzenden Nerven.

Im Zentrum der Bandscheibe befindet sich ein gallertartiger Kern (Nukleus), welcher von einem festen Ring aus Bindegewebe und Faserknorpel (Anulus / Faserring) ummantelt wird.

Bei extremen oder ungünstigen Belastungen der Wirbelsäule wird der Anulusring aufgrund der starken Drucks des Kernmaterials der Bandscheibe stark geschwächt.

Bei einem Bandscheibenvorfall handelt es sich um eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei welcher der gallertartige Kern durch den Faserring austritt und damit in den Wirbelkanalgelangt.

An dieser Stelle drückt die Bandscheibe gegen die Spinalnerven (Ischias), was zumeist mit starken Rückenschmerzen einhergeht. Streng zu unterscheiden ist die sogenannte Bandscheibenverwölbung, bei der dergallertartige Kern den Faserring nicht durchdringt sondern lediglich verwölbt.

Mögliche Ursachen für einen Bandscheibenvorfall

Arzt mit dem Schild: BandscheibenvorfallIm Wesentlichen kann ein Bandscheibenvorfall auf vier Ursachen eingeschränkt werden. Grundsätzlich kann eine angeborene Schwäche des Bandscheibengewebes diese Erkrankung begünstigen.

Aufgrund des Verschleißes in den kleinen Randkantenausziehungen und Wirbelgelenken kann es zu einer Verengung des Spinalkanals im Bereich der Halswirbelsäule kommen und zusätzlich zum Bandscheibenvorfall schließlich eine Spinalakstenosehervorrufen.

Auch eine plötzliche Bück- oder Drehbewegung des Rumpfes hat bereits des Öfteren zum einem Bandscheibenvorfall geführt. Hierunter fällt etwa eine übermäßige Beanspruchung des Rückens während einer sportlichen Betätigung.

Aber auch schweres Heben oder Schieben kann eine solche Erkrankung zur Folge haben. Besonders gefährdet sind demzufolge Personen, die beruflich in der Baubranche oder etwa als Umzugshelfertätig sind.

Auch an Bewegung sollte es dem Körper nicht fehlen. Denn durch ständiges Sitzen kann der hintere Teil der Bandscheibe gedrückt werden. Bei zunehmender Schwächung können hierbei Auswölbungen und Risse an der Bandscheibe entstehen. Ferner wird die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls bei schlechter Muskelkonditionsignifikant vergrößert.

Zusätzlich zu den Fehl- und Überbelastungen können aber auch gewöhnliche Alterungsvorgänge zu einer Abnutzung der Wirbelsäule sowie deren Bestandteile führen. Die Folge sind eine Reihe schmerzvoller Bandscheibenvorfall Symptome, die eine gezielte Bandscheibenvorfall Behandlung erforderlich machen.

Diagnose und Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

Wer eine solche Gesundheitsschädigung erlitten hat, verspürt in aller Regel klassische Bandscheibenvorfall Symptome: vehemente Rückenschmerzen. Nicht selten kommt es zudem zu Taubheitsgefühlen in den Unterschenkeln und Füßen wie auch zu Empfindungsstörungen, die gleichfalls zu den häufigenBandscheibenvorfall Symptome zählen.

Allerdings kann es durchaus auch vorkommen, dass die Bandscheibebeschädigt ist, ohne etwaige Beschwerden hervorzurufen. Dies ist in etwa 25 bis 28 % der Erkrankungen der Fall. Endgültige Sicherheit erlangt der Patient mittels MRT oder CT.

In der Mehrzahl der Fälle (etwa 90%) ist eine Bandscheibenvorfall Therapie mit konservativen Behandlungsmethoden wie Chiropraktik und Physiotherapie möglich und ausreichend. Dabei werden zur Linderung der Bandscheibenvorfall Symptome im Laufe der Bandscheibenvorfall Behandlung entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel verabreicht.

Der Genesungsprozess wird ferner durch leichte sportliche Bewegungen beschleunigt, wodurch die Rückenmuskulatur gestärkt wird und die Bandscheiben entlastet werden. Zur Linderung der Schmerzen können auch warme Umschläge verwendet werden. Auch die Akupunktur hat sich teilweise als Bandscheibenvorfall Therapie bewähren können.

Sofern innerhalb eines Zeitraums von etwa sechs Wochen kein entscheidender Rückgang der Bandscheibenvorfall Symptome eingetreten ist, sollte ein spezialisierter Orthopäde oder Neurochirurg konsultiert werden. Gegebenenfalls wird anschließend ein operativer Eingriff erforderlich. Dieser muss vor allem dann vorgenommen werden, wenn der Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen einhergeht.

Ungefähr 70.000 bis 80.000 Bandscheibenvorfälle werden jedes Jahr in Deutschland operiert. Seit Jahren streiten sich Experten über die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs. Viele Fachleute schätzen, dass mehr als 80% der Bandscheibenoperationen überflüssig sind und vermieden werden könnten.