Wann ist man depressiv?

Verzweifelter Mensch

Die Depression zählt laut der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) zu den sogenannten affektiven Störungen und kann entweder als depressive Episode (leicht, mittelgradig oder schwer), als rezidivierende depressive Störung (also als Störung mit wiederholten depressiven Episoden in unterschiedlichen Zeitabständen) oder als anhaltende affektive Störung (Dysthymia) ab einer Dauer von mehr als zwei Jahren auftreten.

Im Folgenden sollen die Kennzeichen einer depressiven Episode vorgestellt werden.

Die betreffende Person leidet in der Regel unter drei typischen Hauptsymptomen: nämlich zum einen unter einer gedrückten Stimmung, zweitens unter Interessensverlust und Freudlosigkeit sowie drittens unter einer Verminderung des Antriebs.

Symptome der Depression

Als weitere häufige Symptome können auftreten: verminderte Konzentration und eine verminderte Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen, Schlafstörungen sowie ein verminderter Appetit.

Es können charakteristische Tagesschwankungen der gedrückten Stimmung auftreten (das sogenannte Morgentief). Zudem können Symptome wie erhöhte Reizbarkeit, exzessiver Alkoholgenuss, Ängste und motorische Unruhe auftreten. Gerade die Kombination aus einer Suchtproblematik (Alkohol, Drogen, Nikotin oder Medikamente) und einer depressiven Episode tritt nicht selten auf und kann für die betreffende Person fatale Folgen haben.

Diagnose

Für die Diagnose einer depressiven Episode wird eine Dauer von mindestens zwei Wochen verlangt. Bei akuten Suizidgedanken ist eine vorübergehende stationäre Therapie dringend anzuraten, da auf diese Weise durch eine medikamentöse Behandlung in Verbindung von psychotherapeutischen Maßnahmen eine Verbesserung des subjektiven Leidensdrucks erreicht werden kann.

Was sind die Entstehungsbedingungen einer Depression? Die psychologische Forschung geht heute davon aus, dass die Depression durch ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren ausgelöst werden kann. Hier sind zum einen biologische Auslöser und zum anderen psychosoziale Auslöser zu nennen, die sich gegenseitig auch noch verstärken können. Zu den biologischen Faktoren zählen genetisch weitervererbte Konzentrationen an bestimmten Botenstoffen im Gehirn, den sogenannten Neurotransmittern (Serotonin,Noradrenalin). Depressive leiden häufig unter einem Mangel an solchen Neurotransmittern, welcher durch eine gezielte medikamentöse Behandlung ausgeglichen werden kann.

Zu den psychosozialen Faktoren für die Entstehung einer Depression zählen verschiedene Lebensereignisse oder Lebenskrisen wie z.B. der Tod eines Angehörigen oder Partners, Arbeitslosigkeit oder auch eine Migration. Auch chronische Belastungen durch Stress oder Mobbing können zur Entstehung einer Depression führen bzw. diese begünstigen.

Alles in allem sollten frühe Warnzeichen einer depressiven Erkrankung erst genommen und aufmerksam beobachtet werden. Hilfe in Form einer psychotherapeutischen und/oder medikamentösen Behandlung ist auch bei leichten Depressionen dringend zu empfehlen. Für alle Leser aus Berlin können wir wärmstens die Marten Psychotherapie in Berlin empfehlen.